Um 5:30 Uhr am Freitag hieß es wieder: Leinen los!
Die Sonne strahlte, doch leider hatten wir den Wind direkt von vorne, sodass wir viel mit dem Motor fahren mussten. Nach der Hälfte der Strecke entschieden wir uns jedoch, die Segel zu setzen. Dies führte dazu, dass wir viel kreuzen mussten, was die Reise verlängerte, aber wir haben ja Zeit.
Nach 12,5 Stunden und 60 nautischen Meilen erreichten wir die dänische Insel Anholt, die im Kattegat liegt. Hier legten wir für die Nacht an der Südseite der Insel vor Anker.
Mit dem Dingi fuhren wir noch zum Strand. Kilometerweit erstreckte sich der Sand, und wir waren die einzigen dort.
Nach einer erfrischenden Runde schwimmen bereiteten wir unser eigenes Smørrebrød zu und genossen den Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen setzten wir um 9 Uhr unsere Reise zum Hafen von Anholt fort. Selbst zu dieser frühen Stunde war der Hafen bereits gut gefüllt, und der Hafenmeister wies uns an, in zweiter Reihe hinter einem anderen Schiff festzumachen. So mussten wir über das andere Schiff klettern, um an Land zu gelangen. So einen vollen Hafen und eine derart enge Anlegeweise hatten wir beide noch nie gesehen. Offiziell hat der Hafen 250 Liegeplätze, doch laut Hafenmeister finden dort in Hochzeiten bis zu 650 Schiffe Platz. An meine Hotelkollegen: Das nenne ich mal Overbooking! 😂
Leider hatten wir keinen Stromanschluss ergattern können, da alle Anschlüsse belegt waren. Daher kochten wir wieder mit unserem Gasherd und griffen auf unsere Powerbanks zurück.
Aus einer der vielen Hafenkneipen hörten wir Live-Musik. Zehn Leute saßen dort zusammen und wechselten sich beim Musizieren ab. Jeder, der ein Instrument spielen konnte, war eingeladen zu spielen, und die Atmosphäre war sehr familiär und freundlich.
Sie winkten uns rein und empfingen uns freundlich, trotz unserer mangelnden Dänischkenntnisse.
Nach zwei Bieren in der Hitze mussten wir uns erst einmal im Meer erfrischen und schwammen eine Runde am langen Sandstrand. Den Abend ließen wir auf dem Boot ausklingen.
Am nächsten Tag legte das Schiff vor uns ab. Damit es herausfahren konnte, mussten wir und das Schiff, das hinter uns festgemacht hatte, ebenfalls ablegen. Dadurch ergatterten wir einen Platz direkt am Steg und sicherten uns einen Stromanschluss. Zwar gingen jetzt alle über unser Schiff, um an Land zu gelangen, aber das ist auf Anholt eben so.
Nun konnten wir frühstücken und hatten uns zuvor zwei Fahrräder ausgeliehen, um die Insel weiter zu erkunden.
Der Kaufmannsladen hatte frisch gebackene, warme Zimtschnecken, die uns den Start in den Tag versüßten.
Mit dem Fahrrad ging es nun los. Anholt gehört zu den wenigen Orten, an denen die Natur sich frei entfalten kann, ohne durch Industrie beeinträchtigt zu werden, und das nächste Land liegt 40 Seemeilen entfernt.
So weit das Auge reicht, nur Wasser um uns herum. Dies zeigt sich auch in der Vielzahl von Schmetterlingen, Hummeln und Wildblumen.
Der Ort Anholt ist nur zehn Minuten vom Hafen entfernt. Er ist sehr klein, hat aber eine hübsche kleine Seefahrerkirche mit Modellschiffen an der Decke. Weiter mit dem Fahrrad fuhren wir Richtung Süden zum Strand am Sonderbjerg.
Dort führte ein kleiner Pfad auf einen Hügel, von dem aus man einen tollen Ausblick über die Insel hatte.
Am Nachmittag machte ich mich erneut auf den Weg zum Leuchtturm. Was Google Maps nicht wusste: Die letzten sieben Kilometer führen durch die "Wüste" von Anholt und dürfen nicht mit dem Fahrrad befahren werden. Nach einem kleinen Spaziergang zog es mich weiter zum Nordstrand, der mit Abstand der schönste Strand von Anholt ist. Kilometerlanger Sandstrand mit Blick auf den Leuchtturm. Auf kleinen Sanddünen kann man hier durch das Wasser am Strand entlanglaufen.
Das Fußballspiel Norwegen gegen England haben wir am Abend ausgelassen, trotz dass es in fast jeder Kneipe mit viel Publikum übertragen wurde. Stattdessen genossen wir ein Bier am Strand mit Blick auf den Sonnenuntergang.
Heute, am Sonntag, ging es weiter Richtung Norden. Um 9:30 Uhr setzten wir die Reise fort. Nach starkem Wind, hohen Wellen und fast 12 Stunden Fahrt kamen wir erschöpft in Sæby an.
Dort wurden wir freundlich empfangen, und ein Trompetenspieler begleitete das Einholen der dänischen Flagge im Hafen.
Den Abend ließen wir mit einem schönen Sonnenuntergang ausklingen.
Am Montag bleiben wir noch hier und schauen dann, wohin der Wind uns weiterträgt.
Südstrand Anholt
Unser Schiff "Mila"
Unser selbstgemachtes Smørrebrød
Sonnenuntergang am Südstrand vor Anker
Sonnenaufgang um 4:30 Uhr am Südstrand
Anlegen an der Mooring im Hafen
Mit dem Fahrrad über Anholt
Kirche Anholt
Ausblick vom Sonderbjerg
Wüste Anholt
Nordstrand Anholt
Sonnenuntergang Sæby
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