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Es war mal wieder der 13. Juli, mein Geburtstag. Die ersten Glückwünsche erreichten mich bereits in der Nacht, und mein Vater hatte das Boot mit bunten Fahnen geschmückt. So bekam ich auch gleich auf dänisch Glückwünsche von den Nachbarn auf dem benachbarten Boot.
Wir haben den Tag ruhig angehen lassen, da wir von der langen Fahrt am Vortag noch ziemlich erschöpft waren. Unser Ziel war das Künstlerdorf Sæby, bekannt für seine zahlreichen Tonbrennereien. Es ist ein typisches dänisches Dorf mit vielen Stockrosen, bunten alten Häusern und kleinen Händlern sowie Einheimischen, die ihre handgemachten Produkte verkaufen.
Unterhalb des Museums im Dorf gibt es einen kleinen Laden, der beliebte Süßigkeiten aus vergangenen Zeiten sowie andere traditionelle Produkte wie Tee und Bier anbietet. Eine sehr freundliche ältere Dame erklärte mir viel und zeigte mir Süßholz, aus dem Lakritz hergestellt wird. Das hatte sie oft als Kind gegessen. Ich wollte eine Stange mitnehmen, aber sie warnte mich, dass ich es wahrscheinlich nicht mögen würde, da es sehr speziell sei, und schenkte mir eine Stange. Nun ja, was soll ich sagen – "speziell" trifft es ganz gut.
Nach dem ganzen Süßholzraspeln 😉 setzten wir unseren Weg durch das Dorf am Fluss in Richtung Hafen fort. Wir passierten eine alte Wassermühle, deren Besitzer neue Wasserturbinen eingebaut haben, um das Künstlerviertel mit Strom zu versorgen.
Ein dänisches Softeis gönnten wir uns auf dem Rückweg mit Blick über den Strand. Wir machten auch das Schiff etwas klar und putzten es, was nach dem ganzen Salz von den Wellen und der salzigen Luft dringend nötig war.
Den Abend ließen wir mit einem Aperol Spritz ausklingen. Im Hafen spielte eine Shanty-Band, und um 21 Uhr schauten wir uns den Trompetenspieler beim Flaggeneinholen an.
Der nächste Tag begann früh. Um 7 Uhr legten wir ab, unser Ziel war Skagen, die nördlichste Stadt Dänemarks.
Da dort in der Woche ein Musikfest stattfindet und der Hafen sehr beliebt ist, mussten wir rechtzeitig ankommen, um einen Platz zu ergattern.
Leider war kein Wind, sodass wir nach Skagen motoren mussten. Nach vier Stunden erreichten wir Skagen und fanden einen schönen Platz direkt neben einem schwedischen Schiff. Der Eigner des schwedischen Schiffes hatte früher in Österreich gelebt und nahm oft an Skirennen teil. Jetzt fährt er jedes Jahr privat zum Skifahren nach Österreich.
Im Hafen gibt es zahlreiche Restaurants und eine Menge Luxusjachten. Ich habe lange nicht mehr so viele Ferraris, Bentleys und andere Luxusautos auf einem Haufen gesehen wie hier im Hafen.
Eine Kunstausstellung im Hafen zeigte einen folierten Lamborghini mit der Aufschrift: „Fuck the poor“. Kunst liegt wohl wirklich im Auge des Betrachters…
Beim Fahrradverleih holten wir uns zwei E-Bikes und fuhren in Richtung der nördlichsten Spitze Dänemarks. Wir passierten einen Nachbau eines Leuchtturms aus dem 17. Jahrhundert, den Nachfolger, sowie den aktuellen Leuchtturm, von dem aus man einen tollen Ausblick über Skagen und die Nordspitze hat. Dort gab es auch eine kleine Ausstellung über Zugvögel.
Die Nordspitze ist etwa 5 Kilometer von Skagen entfernt, wo die Ostsee auf die Nordsee trifft. Um dorthin zu gelangen, läuft man 3 Kilometer am Strand entlang, vorbei an alten Nazi-Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg zu einem sehr langen Sandstrand.
Auf dem Weg sprach uns ein Herr an und schenkte uns zwei Tickets für die Rückfahrt mit dem Strandmobil, da er einen anderen Weg zurückgenommen hatte.
An der Spitze war viel los, weshalb wir nicht lange verweilten und mit dem Strandmobil zurückfuhren, um dann mit dem Fahrrad in die Stadt zurück zu radeln. Die Stadt hat viele kleine Läden und Restaurants. Durch eine Werbeaktion erhielten wir sogar kostenloses Eis – was will man mehr?
An Bord bereiteten wir fleißig alles für die Überfahrt nach Norwegen vor. Um 4 Uhr am nächsten Tag stachen wir mit Blick auf den Sonnenaufgang in See.
Jetzt stehen uns 16 Stunden Fahrt bevor, bis wir im Land der Wikinger, in der norwegischen Stadt Risør ankommen.
Wenn ihr erfahren möchtet, wie mein Vater zum segeln kam, findet ihr dies jetzt in der Rubrik "Über uns"
Unser FAQ habe ich ebenfalls angepasst und ein Segler A-Z eingebaut mit Erklärung der wichtigsten Begriffe.
Sæby
Tonbrennerei in Sæby
Wassermühle Sæby
Trompetenspieler beim einholen der Flagge
Boot mit Fähnchen geschmückt zum Geburtstag
Hafen Sæby- Shanty-Band
Fahrt von Sæby nach Skagen
Nachbau Leuchtfeuer in Skagen aus dem 17. Jahrhundert. Zum Midsommerfest wird dieses noch entzündet.
Nachfolger vom ersten Leuchtfeuer. Ebenfalls mit Feuer betrieben. Es gibt dort vier Aufgänge, dass der Leuchturmwerter immer vor dem Feuer geschützt ist, egal woher der Wind kommt.
Aktueller Leuchtturm
208 Stufen ging es hoch
Blick auf die nördlichste Spitze Dänemarks
Alter Nazi-Bunker, welche überall am Strand verteilt stehen.
Nördlichste Spitze - leider nur viele Menschen dort
Liegeplatz im Hafen von Skagen
Lakritz-Hersteller in Skagen
Start 4 Uhr Morgens - Ziel Norwegen
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