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Am Mittwoch brannte stark die Sonne runter und der Wind war kaum spürbar. Daher mussten wir auf unserer Überfahrt durch das Seegebiet Skagerrak von Dänemark nach Norwegen viel motoren. Das Meer lag vollkommen ruhig vor uns, ohne die kleinste Welle. Kaum ein Schiff war unterwegs, und lange Zeit umgab uns nur das spiegelglatte Wasser.
Auf halber Strecke machten wir bei einer Wassertiefe von 115 Metern einen Schwimmstopp. Es ist ein komisches Gefühl, sich vorzustellen, wie tief es dort ist. Im Skagerrak gibt es sogar Stellen, die bis zu 725 Meter tief sind.
In der Ferne tauchte Norwegen auf. In Wirklichkeit war es noch schöner, als wir es uns vorgestellt hatten, und wir waren überglücklich, endlich angekommen zu sein. Um 19:30 Uhr legten wir in Risør an, auch bekannt als die „weiße Stadt“. Wir fanden einen perfekten Stegplatz direkt gegenüber von Risør, der eingebettet in die Schären lag. Solche Plätze gibt es viele in Norwegen und man kann hier kostenfrei liegen.
Die Norweger empfingen uns sehr freundlich und halfen uns beim Anlegen. Sie luden uns sofort auf eine Bank am Steg ein und gaben uns beim Anlegebier (dem Bier, das man nach dem Anlegen trinkt) wertvolle Tipps für unseren Aufenthalt in Norwegen.
Nach einer kleinen Erkundungstour durch die Schären und einem atemberaubenden Sonnenuntergang ließen wir den Abend entspannt ausklingen.
Der nächste Tag begann mit einem Sprung ins Wasser und einer Tasse Kaffee, besser könnte es nicht sein. Da wir keinen Stromanschluss hatten und unsere Powerbanks leer waren, fuhren wir mit dem Dingi nach Risør in einen Elektronikladen. Dort kauften wir einen USB-Stecker für den Zigarettenanzünder, der direkt auf die Batterie zugreift, um unsere Handys wieder aufzuladen, da die Steckdosen nur bei Stromanschluss am Land funktionieren. Anschließend erkundeten wir das Zentrum von Risør. Die Stadt ist geprägt von alten weißen Holzhäusern und bietet viele kleine Gassen mit Geschäften. In einer Bäckerei gönnten wir uns Kanelknuter med vaniljekrem (ein Hefeteig gefüllt mit Vanillepudding) und genossen es am Hafen mit Blick auf den lebhaften Bootsverkehr und Live-Musik.
Am nächsten Tag setzten wir unsere Reise nach Lyngør fort, einem alten Dorf aus dem 18. Jahrhundert, das sich über mehrere Inseln erstreckt. Früher siedelten hier Kaufleute, Segeltuchmacher und Seefahrer, die von weit her kamen, um ihre Waren zu verkaufen. Das Dorf hat seinen Charme mit den weißen Villen bewahrt, und die kleinen Gassen sind nach wie vor autofrei und nur mit dem Boot erreichbar.
In der Nähe von Lyngør ankerten wir in einer kleinen Bucht. Mit dem SUP-Board machte ich mich auf den Weg ins Dorf und legte am Steg des Kaufmannsladens an. Der Laden bot auch Eis an, aber für 5 Euro pro Kugel verzichtete ich diesmal darauf.
Ich erkundete das Dorf mit seinen kleinen Gassen und wanderte hinauf zum Aussichtspunkt. Dort wurde im 19. Jahrhundert eine Hütte für die Lotsen errichtet, die seit dem 18. Jahrhundert auf der Insel lebten und nach ankommenden Schiffen Ausschau hielten. Der letzte Lotse, Jens Jensen, beendete seine Tätigkeit 1933.
Im Restaurant am Hafen von Lyngør spielte ein Blues-Duo, und ich genoss die Musik und das Treiben im Hafen von meinem SUP-Board aus.
Der nächste Tag begann erneut mit einem Sprung ins Wasser und wir beschlossen unsere Reise in einen richtigen Hafen fortzusetzen, da sich schlechtes Wetter ankündigte.
Arendal war der nächste größere Hafen, den wir anlaufen konnten. Da die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts abgebrannt war und viele Häuser neu errichtet werden mussten, wirkt Arendal sehr modern. Leider konnten wir im Gästehafen keinen Platz ergattern, aber im Stadthafen hatten wir Glück und konnten uns an ein anderes Schiff aus Dänemark anlegen. Da unser Stromkabel zu kurz war und wir dringend Strom benötigten, fragten wir unseren Nachbarn freundlich, ob wir sein längeres Kabel mit unserem tauschen können. Der Däne war sehr hilfsbereit und stimmte zu. So hatten wir einen hervorragenden Platz und waren vor dem schlechten Wetter geschützt.
Die Stadt ist sehr übersichtlich und wir schauten uns die alte große Kirche der Stadt an. Diese verfügt über eine sehr hohe imposante Holzdecke. An der Stelle der Kirche standen vorher zwei andere Kirchen, welche jeweils zu klein wurden und somit immer wieder eine neue Kirche gebaut werden musste.
Es gibt am Marktplatz von Arendal einen Aussichtsturm, den man mit einem gläsernen Aufzug erreicht. Von dort hat man einen fantastischen Blick über die Stadt.
Im Hafen fand wieder ein Musikfest statt und so konnten wir vom Schiff aus erneut Live-Musik genießen.
In Arendal blieben wir zwei Nächte, um das schlechte Wetter abzuwarten. Am Sonntag geht es weiter nach Lillesand, welcher ein sehr schöner Ort sein soll.
Spiegelglattes Wasser
Norwegen in Sicht
Sonnenuntergang mit Blick auf Risør
Hafen in Risør
Haus mit Flagge von Risør
Kanelknuter med vaniljekrem
Live-Musik im Hafen von Risør
Restaurant mit dem Blues-Duo in Lyngør
Aussichtsturm der Lotsen in Lyngør
Aussicht vom Turm
Aussichtsturm Arendal
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