Von Lillesand nach Kristiansand

Veröffentlicht am 25. Juli 2026 um 22:06

Unsere neuesten Nachrichten

Am Sonntag verließen wir Arendal mit dem Ziel Lillesand. Der Wind war perfekt und wir konnten gemütlich an den Schären entlangsegeln. Vor Lillesand gibt es mehrere schöne Ankerbuchten. Die zweite Bucht von der Insel Skauerøya fiel uns sofort ins Auge: Nur ein weiteres Boot lag dort und es gab einen Steg an den Schären. Da das andere Schiff quer am Steg lag und das Wasser rundherum sehr flach war, entschieden wir uns zunächst, den Anker zu werfen.

Mit unserem Ankerplatz waren wir allerdings nicht besonders zufrieden. Der Anker hielt leider nicht richtig und zudem war es in der Mitte der Bucht für die Länge unserer Ankerkette sehr tief. Glücklicherweise legte das andere Boot wenig später ab, sodass wir mit unserem Heckanker am Steg festmachen konnten. Es war der perfekte Liegeplatz und den restlichen Abend hatten wir die Bucht ganz für uns allein.

Nach einem Spaziergang über einen Wanderpfad kamen wir an einer Hütte der Gemeinde Lillesand vorbei. Dort werden unter der Woche Holzarbeiten und verschiedene Projekte durchgeführt. Außerhalb dieser Zeiten kann der Platz mit seiner Feuerstelle frei genutzt werden. Außerdem wurden dort Kartoffeln und Schnittlauch angebaut. Ein wenig Schnittlauch konnten wir uns nicht verkneifen, schließlich sollte es am nächsten Morgen frisches Rührei geben😊

Der Wanderweg war unglaublich abwechslungsreich: hohe Felswände, dichte Waldabschnitte und die raue Küstenlandschaft wechselten sich ständig ab.

Am nächsten Tag stand  ein Waschtag auf dem Programm. Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich zuhause eine Waschmaschine schätze, alles per Hand zu waschen ist doch ziemlich mühsam. Zusätzlich hatten wir Probleme mit unserem Abwassertank, weil die Belüftung verstopft war und repariert werden musste.

Mitten während der Reparatur bekamen wir dann Besuch vom norwegischen Zoll. Ob das Chaos an Bord aufgrund der Reparatur oder vielleicht doch meine charmante Art den Beamten davon abhielt, das Schiff zu betreten, weiß ich nicht. Jedenfalls blieb unser Bier unentdeckt. Norwegen hat bei der Einfuhr von Alkohol nämlich sehr strenge Vorschriften. Die Zollbeamten wünschten uns viel Erfolg bei der Reparatur sowie eine schöne Zeit in Norwegen und fuhren anschließend wieder weiter.

Am Nachmittag setzten wir mit dem Dingi nach Lillesand über. Die kleine Stadt ist zwar hübsch, sieht den anderen weißen Küstenstädten im Süden Norwegens aber sehr ähnlich. Deshalb hielten wir uns nicht lange auf und erledigten hauptsächlich unsere Einkäufe. Da meine Brille während der Wanderung in der Mitte zerbrochen war, suchte ich außerdem einen Optiker auf. Leider konnte auch dieser nichts mehr retten. Bis ich wieder in Wien bin, muss nun Klebeband als Reparatur herhalten.

Am Abend machten wir noch eine Wanderung, diesmal auf der anderen Seite der Insel. Im 17. Jahrhundert war die Insel noch bewohnt und beherbergte mehrere Höfe. Heute sind davon noch die alten Steinmauern und Fundamente erhalten. Durch das schöne Wetter kamen allerdings immer mehr Boote in unsere Bucht, wodurch es deutlich lebhafter wurde. Vor allem die Kinder, die mit ihren Beibooten ständig hin und her fuhren, sorgten für einiges an Trubel.

Am Dienstag ging es mit dem Boot weiter durch die Wasserstraße Blindleia in Richtung Kristiansand. Uns war eine Bucht in der Gegend empfohlen worden, weshalb wir dort für eine Nacht Halt machten. Zunächst ankerten wir in einer kleineren Bucht bei der kleinen Insel Luseholmen. Da für die Nacht jedoch drehende Winde vorhergesagt wurden, verlegten wir unser Schiff am Abend in die größere Bucht davor. Dort lagen wir deutlich geschützter, was sich als gute Entscheidung herausstellte, denn in der Nacht gab es einige kräftige Böen.

Mit dem Dingi erkundeten wir die Umgebung. An einem kleinen Strand entdeckten wir unzählige Austern im flachen Wasser. Für Austernliebhaber wäre das wohl ein kleines Paradies gewesen. Da wir beide jedoch keine Austern essen, durften sie in Ruhe dort bleiben.

Am Mittwoch erreichten wir schließlich Kristiansand. Leider hatte ich mir inzwischen eine Erkältung eingefangen, weshalb zunächst einmal Ausruhen angesagt war. Kristiansand wirkt insgesamt recht modern und konnte uns im Vergleich zu den kleineren Küstenorten nicht ganz so begeistern. Dort ließen wir unser Schiff bis zum 5. August liegen. Am Freitag mieteten wir schließlich ein Auto, um das norwegische Inland zu erkunden und auf dem Landweg weiter in den Norden zu reisen. Hierzu erfahrt ihr mehr im nächsten Beitrag. 

Bucht auskundschaften

Unsere Bucht vor Lillesand von der Insel Skauerøya

Teil des Grundstücks von der Hütte > Waldprojekt Lillesand 

Roter Fingerhut - sehr schön, aber auch hochgiftig

Giftplanze des Jahres 2007

Grundmauern auf der Insel Skauerøya

Toteisgrube

Sie entstand vor etwa 10.000–12.000 Jahren durch das Schmelzen eines zurückgebliebenen Eisblocks nach der letzten Eiszeit. Die von den Gletschern abgelagerten nährstoffreichen Böden prägen bis heute die Landschaft und ermöglichten später auch die landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets. Im 17 und 18 Jahrhundert stand hier ein Bauernhof.

Lillesand 

Wie in Dänemark gibt es in Norwegen auch viele Oldtimer

Pazifische Austern

Hafeneinfahrt Kristiansand 

Liegeplatz in Kristiansand für 14 Tage 

Sandskulptur im Hafen von Kristiansand