Bergen: Zwischen Fjorden, Bergen und bunten Holzhäusern

Veröffentlicht am 5. August 2026 um 22:31

Auf nach Bergen

Auf dem Weg nach Bergen haben wir noch das Hardanger Maritime Centre besucht, eine Bootsbau- und Restaurationswerft mit Museum direkt am Hardangerfjord. Dort kann man den Bootsbauern bei ihrer Arbeit zusehen und miterleben, wie historische Holzschiffe restauriert und traditionelle Schiffe neu gebaut werden.

Zur Werft gehören außerdem eine Schmiede, in der Bootszubehör noch nach alter Handwerkstradition gefertigt wird, sowie eine Seilerei. Dort durften wir sogar unsere eigenes Tau herstellen. Gar nicht so einfach, aber immerhin haben wir 1,80 Meter geschafft.

Das Museum kann ich jedem empfehlen. Da Schiffe über Jahrhunderte und bis heute eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel Norwegens sind, erfährt man dort nicht nur viel über den traditionellen Bootsbau, sondern auch über die Geschichte und Kultur des Landes.

Papa erklärten den Aufbau eines Schiffes 

Seilerei

Unser fertiges Tau

Bau eines neuen Ruderboots, alles per Hand

Restauration eines alten Schiffes 

Hier stehen die Schiffe, welche in der Werft gebaut wurden. So ein Schiff kostet zwischen 18.000 und 22.000 Euro. 

Die Schmiede 

 

Weiter ging es nach Bergen. Dort angekommen bezogen wir ein schönes, modernes Hotel in der Nähe des Bahnhofs. Von dort aus hatten wir den perfekten Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden und erreichten die Innenstadt in nur zehn Minuten zu Fuß.

Bergen zählt zu den kulturell bedeutendsten Städten Norwegens und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Früher war die Stadt ein Kontor der deutschen Hanse und der wichtigste Handelsplatz des Landes. Besonders Stockfisch wurde von hier aus gehandelt, da er durch die Trocknung bis zu zwölf Jahre haltbar war. Der Fischhandel gehört bis heute, neben Erdöl und Erdgas, zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Norwegens. Da die Öl- und Gasvorkommen jedoch endlich sind, investiert das Land zunehmend in die Fischerei und Aquakultur, die künftig eine noch größere wirtschaftliche Rolle spielen sollen.

Nach unserem ersten Rundgang durch die Stadt gingen wir abends im Restaurant Frk. Schmidt typisch norwegisch essen. Gut gestärkt zog es uns anschließend in eine urige Kneipe, in der die Musik vom Schallplattenspieler kam und ganze 34 verschiedene Fassbiere angeboten wurden. Alle konnten wir bei den norwegischen Bierpreisen allerdings nicht probieren. 😉

Am nächsten Morgen begann der Tag mit einem frühen Frühstück, denn um 10:15 Uhr hatten wir eine Stadtführung gebucht. Unser Stadtführer Martin stammt ursprünglich aus Cottbus und lebt seit zwölf Jahren in Bergen. Davor arbeitete er im Norden Norwegens als Hundeschlittenführer und kommt ursprünglich auch aus der Hotellerie.

Die Tour führte uns zu vielen bekannten Sehenswürdigkeiten und durch das historische Stadtviertel Bryggen, das erste UNESCO-Welterbe Norwegens. Früher durften hier ausschließlich deutsche Händler wohnen. Da die Winter sehr kalt waren, teilten sich jeweils zwei Männer ein Bett, um sich gegenseitig warmzuhalten. Pro Häuserreihe gab es lediglich eine Toilette, die von rund 200 Menschen genutzt wurde. Die Abwässer flossen direkt in den Fjord. Hygienisch war das sicherlich nicht gerade vorbildlich, umso mehr weiß ich jetzt den heutigen Standard zu schätzen.

Nach der Stadtführung ging es mit der Fløibanen auf den Berg Fløyen. In nur fünf Minuten erreicht die Standseilbahn den Gipfel, von dem man einen fantastischen Blick über Bergen hat. Oben unternahm ich noch eine kleine Wanderung vorbei an idyllischen Teichen und kleinen Wasserfällen. Durch den Regen verwandelten sich einige Wanderwege in kleine Bäche, was die Tour zwar etwas nasser, aber auch besonders abwechslungsreich machte. Den Rückweg zum Hotel legte ich schließlich zu Fuß zurück.

Am Abend zog es uns erneut in die Innenstadt. Mein Vater wollte unbedingt den angeblich besten Hot Dog Norwegens probieren, natürlich mit Rentierwurst. Serviert wurde dieser mit Senf und Preiselbeermarmelade. Preiselbeeren sind in Norwegen sehr typisch und werden zu vielen traditionellen Gerichten gereicht.

Da uns die Auswahl von 34 Fassbieren am Vorabend noch nicht gereicht hatte, folgten wir einer Empfehlung unseres Stadtführers Martin und besuchten ein Pub mit beeindruckenden 54 Bieren vom Fass. Dort wird ganz bewusst auf Musik verzichtet, damit sich die Gäste besser unterhalten können. Weil wir danach aber trotzdem noch Lust auf Livemusik hatten, ging es weiter in eine Bar am Hafen, die sich in einem ehemaligen Lagergebäude des Hansekontors befindet. Auf dem Rückweg gönnten wir uns noch zwei Gläser Wein in einem Luxushotel, bevor wir schließlich den Tag in unserem Hotel ausklingen ließen.

Am nächsten Tag machten wir uns mit der Fähre auf den Rückweg nach Kristiansand. Die Überfahrt dauerte rund 23 Stunden und führte mit einem Zwischenstopp über Dänemark. So kamen wir noch zu einer kleinen Kreuzfahrt, bevor es wieder zurück auf unser Schiff ging.

In Kristiansand angekommen erledigten wir noch die letzten Einkäufe und gaben anschließend unseren Mietwagen zurück. Der Mitarbeiter der Autovermietung war so freundlich, mich sogar noch bis zur nächsten Bushaltestelle zu fahren, da der Vermieter relativ weit draußen von Kristiansand lag.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Mandal. Dort wollen wir in einer geschützten Bucht ankern. Seid gespannt, was wir dort erleben, der nächste Reisebericht folgt schon bald!

Eine der viele schönen Straßen in Bergen 

Stadteil Bryggen in Bergen - früher auch Tyskebryggen genannt (deutsches Bryggen) die ehmalige Enklave der Hanse 

Blick über den Dächern vom Bryggen

Markthalle Bergen

Musikpavillon im Zentrum von Bergen

Norwegisch essen bei Frk. Schmitd 

Nachtleben  Bergen

Musik im alten Lagerhaus im Stadteil Bryggen 

Dieses Denkmal erinnert an die bedeutende Rolle der Seefahrt für Norwegen. Auf dem Bild sind die Wikinger in Amerika zu sehen, im Austausch mit den Ureinwohnern. Tatsächlich erreichten die Wikinger Amerika lange vor Columbus. Aufgrund von Konflikten mit den Einheimischen kehrten sie jedoch nach 3 bis 10 Jahren wieder nach Norwegen zurück.

Theater Den Nationale Scene in Bergen mit der Statue von Henrik Ibsen. Er war in den 1850er Jahren am Vorläufer dieses Theaters als Regisseur und Hausautor tätig. Als Norwegen noch zu Dänemark gehörte, waren nur dänische Aufführungen erlaubt. Nach der Abtretung Norwegens von Dänemark an Schweden war es endlich wieder möglich, Aufführungen auf Norwegisch zu zeigen. Ibsen war der erste, der den Auftrag erhielt, norwegische Theaterstücke für Bergen zu schreiben.

Norwegische Tracht – jede Kommune hat ihre eigene, einzigartige Tracht. Traditionell trägt man die Tracht der Stadt, aus der die Eltern stammen. Daher ist es für Zugezogene nicht gestattet, eine norwegische Tracht zu tragen. Allerdings spart man dadurch auch zwischen zwei und zehntausend Euro, je nach Kommune.

Marienkirche - auch deutsche Kirche genannt.

Sie wurde damals von den deutschen Händlern verwaltet. Früher war es daher nur Deutschen gestattet die Kirche zu betreten. Der Altar wurde von der Hanse Lübeck gesponsert. Da der Altar zuerst zu groß für die Kirche war, wurde extra für diesen die Kirche um 10 Meter vergrößert. 

Schienen der Fløibanen zum Gipfel 

Blick über Bergen vom Gipfel 

Bergen ist von insgesamt sieben Bergen umgeben, was der Stadt ihren Namen verleiht

Auf der Wanderung vom Gipfel 

Alte Pferdetränke

Auf der Bank habe ich meine Pause verbracht mit Blick auf die Stadt

Steinmännchen

Pub mit den 54 Bieren

Alte Festung Fredriksberg Fort auf der Halbinsel Nordnes in Bergen

Bye Bye Bergen! Schön wars!

Sonnenuntergang von der Fähre mitten auf dem Meer Skagerrak

Wieder zurück in Kristiansand, jetzt geht die Segelreise weiter⛵️

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