Auf nach Göteborg
Von Marstrand ging es weiter in Richtung Göteborg. Dafür fuhren wir zunächst durch einen kleinen Sund und anschließend weiter durch die Schären. Die Strecke innerhalb des Sundes bis nach Göteborg zog sich allerdings ziemlich lange hin und allein dafür benötigten wir rund zwei Stunden.
Letzter Blick auf Marstrand
Hier wird es nochmal eng
Vor Göteborg liegt ein großer Frachthafen, entsprechend viel Schiffsverkehr ist unterwegs und man muss stark aufpassen.
Im Hintergrund befindet sich das höchste Gebäude Skandinaviens mit 247 Meter und 74 Etagen, der Wolkenkratzer "Karlatornet"
In Göteborg machten wir schließlich im Stadthafen fest. Dort herrscht eine starke Strömung, die das Anlegen nicht gerade einfach machte. Nachdem wir sicher festgemacht hatten, machten wir uns zunächst auf den Weg, da wir neues Gas für den Herd benötigten.
Direkt im Hafen gab es eine Fahrradstation, an der wir uns zwei Fahrräder ausliehen. Dadurch ersparten wir uns einen etwa 40-minütigen Fußmarsch. Mit den Fahrrädern konnten wir die Gasflasche zu einer Firma bringen, die sie neu befüllte. Am nächsten Tag wurde uns die gefüllte Gasflasche sogar direkt zurück in den Hafen gebracht.
Leider fing es auf unserem Rückweg zum Hafen an zu regnen. Daher beschlossen wir, die Fahrräder abzustellen und die Stadt zu Fuß weiter zu erkunden. Etwas durchnässt machten wir schließlich eine Pause in einem Café. Ich hatte zuvor gelesen, dass die Zimtschnecken in Göteborg besonders gut sein sollen. Daher durfte natürlich auch ein Besuch im Café nicht ohne eine solche Zimtschnecke enden.
Da es weiterhin regnete, beschlossen wir, noch in das älteste Pub Göteborgs einzukehren. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Markthalle vorbei, in der es zahlreiche frische Lebensmittel zu kaufen gab.
Im Pub angekommen, bestellten wir am Tresen zwei Guinness. Die Kneipe war komplett voll. Während ich auf unsere Biere wartete, setzte sich mein Vater an einen Tisch zu einem Schweden dazu.
Wie sich schnell herausstellte, war er Stammgast und saß immer auf demselben Platz. Er erzählte uns, dass er Markisen und Sonnenschutz verkauft. Wir kamen ins Gespräch und er berichtete uns viel über die Geschichte der Kneipe und über Schweden.
Wir unterhielten uns bestimmt eine Stunde lang. Es war eine dieser zufälligen Begegnungen, die eine Reise besonders machen. Schließlich musste unser neuer Bekannter aufbrechen, und auch wir machten uns weiter auf den Weg zu unserer Tischreservierung.
Zum Abendessen hatten wir einen Tisch in der modernen Brauereigaststätte Poppels Citybryggeri reserviert. Hier wird hervorragendes Pils gebraut, das anschließend in amerikanischen Holzfässern reift. Dazu gab es für uns leckere Burger.
In dem Holzfässern reift das Bier
Zum Abschluss des Abends zog es uns noch in ein Pub, in dem Karaoke gesungen wurde. Von Göteborg selbst haben wir leider nicht allzu viel gesehen, dafür umso mehr von der gastronomischen Seite der Stadt. Das hatten wir uns aber auch mal wieder verdient, denn aufgrund der hohen Preise in Norwegen und Schweden hatten wir uns zuvor eher sparsam gehalten.
Trotz des regnerischen Wetters hatten wir somit eine richtig schöne Zeit in Göteborg. Da für die nächsten Tage ein Sturm angekündigt war, blieben wir allerdings nur eine Nacht. Anschließend wollten wir weiter nach Donsö, um dort den Sturm abzuwettern. Gleichzeitig konnten wir uns damit bei der späteren Überfahrt nach Anholt noch einmal rund zwei Stunden Fahrzeit sparen.
Die Viking - ehemaliges Segelschulschiff und jetzt Museum
Donsö liegt etwa zwei Stunden mit dem Segelboot von Göteborg entfernt und gehört noch zum Schärengarten vor der schwedischen Westküste. Hier machten wir für zwei Nächte Halt, um den starken Wind abzuwarten, bevor es weiter zur dänischen Insel Anholt gehen sollte.
Auf Donsö leben viele Reeder und Eigentümer großer Reedereien, eine Besonderheit, von der uns bereits der Schwede aus dem Pub in Göteborg erzählt hatte. Autos sind hier nicht erlaubt. Stattdessen bewegen sich die Bewohner mit kleinen Golfcars oder Rollern über die Insel.
Im Hafen auf Donsö
Ich machte mich anschließend über eine kleine Brücke auf den Weg zur Nachbarinsel Styrsö. Dort erwartete mich ein wunderschöner Rundwanderweg, der einmal über die Insel führte. Die abwechslungsreiche Landschaft und die Ruhe der Insel machten die Wanderung zu einem schönen Ausflug.
Alte Steingräber aus der Bronze Zeit
Puppe mit Spendenaufruf für die Ukraine
Kleiner öffentlicher Sportplatz, hier kann man Baumstämme als Gewichte stemmen
Hier sieht man auch den starken Wind draußen
Entlang der Strecke gab es sehr viele Brombeersträucher, somit war für den Snack zwischendurch auch gesorgt.
Das Schaf ließ sich sogar streicheln
Der Wind war so stark, dass die Bäume kräftig hin und her schwankten. Teilweise hatte man schon Angst, dass einer der Bäume umfallen könnte.
Gegenüber liegende Seite vom Sonnenuntergang
Am letzten Abend in Schweden gab es zum Abschluss noch ein kleines Feuerwerk. Am nächsten Morgen sollte es dann weiter zur dänischen Insel Anholt gehen. Uns erwartete eine lange Überfahrt von geplanten acht Stunden. So viel kann ich schon verraten: Es wurden deutlich mehr als die geplanten acht Stunden. Was genau passiert ist und warum die Überfahrt so viel länger dauerte, erzähle ich euch im nächsten Beitrag.
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